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Ist es sinnvoll in 2019 mit einem Corporate Blog zu starten?


Es ist die Zeit des Content Shock angebrochen: Es gibt zu viele Informationen, zu viel Content für jeden einzelnen. Macht es in so einer Zeit für ein Unternehmen Sinn, noch ein Blog zu starten?

 

Es hängt erstmal vom Ziel ab, das man mit dem Blog verfolgt. Ein Corporate Blog ist eine starke Content-Marketing-Maßnahme. Es geht in erster Linie darum Kunden zu gewinnen, indem Informationen vermittelt oder generell ein Mehrwert zu einem bestimmten Thema geboten wird. Das Unternehmen stellt sich nicht selbst in den Vordergrund, sondern die eigenen Kompetenzen und die eigene Expertise. 

 

So gewinnt er treue Leser, die später zu Kunden werden. Dieser Weg ist lang, aber liefert verlässlich Ergebnisse. Langfristig, wohlgemerkt. Sollte aber das Marketing vor der Aufgabe stehen, schnelle und kurzfristige Ergebnisse zu liefern, dann ist der Blog sicherlich keine geeignete Maßnahme. Auch für Unternehmen, die kein Geduld haben, eignet er sich nicht.

 

Ein Corporate Blog benötigt viele personelle Ressourcen für das Aufsetzen, die Gestaltung und die Promotion. Ein Mangel an Ressourcen und Geduld kann den Misserfolg eines Blogs bedeuten. Er erfordert viel interne Abstimmung zum Beispiel zwischen fachlichen Experten und dem Marketing. Sollte der Blog nach einiger Zeit als „eher unwichtig“ angesehen werden, wird er entweder künstlich am Leben erhalten (durch oberflächliche Posts mit Werbung) oder gar nicht mehr. In keinem Fall bringt er das gewünschte Ergebnis. Wie bei jedem Unterfangen ist ein langfristiges Engagement und gute Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen maßgeblich für den Erfolg.

 

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Blog ist natürlich das Verhalten der Wettbewerber und der Zielgruppe wichtig. Es gibt schon Millionen von Blogs, die mehr oder weniger sinnvolle Informationen liefern. Daher bietet es sich an, ein Nischen-Thema auszusuchen, das nicht besetzt und gleichzeitig ausreichend ergiebig ist. Je enger das Thema gewählt wird, desto weniger gibt es dazu zu sagen, und je breiter es gewählt wird, desto größer ist die Gefahr, dass es bereits Angebote von Wettbewerbern gibt, die den Lesebedarf der Zielgruppe abdecken. Natürlich sollte man auch bei kleinen Nischen schauen, was der Wettbewerb treibt. Handelt es um eine kleine Nische, die schon von einem Wettbewerber erfolgreich besetzt ist, soll man andere Marketing-Maßnahmen oder -Kanäle wählen, die der Wettbewerber noch nicht eingesetzt hat. Gut, dass es von beiden mehrere gibt. 

 

Genauso müssen die Vorlieben der Zielgruppe berücksichtigt werden. Wie verhalten sich Ihre Kunden, lesen sie oder schauen sie mehr Videos? Selbstverständlich hängt das von der Branche ab. Im Maschinenbau können bestimmte Themen besser und verständlicher durch Videos dargestellt werden. In so einem Fall ist ein Blog vermutlich nicht das richtige Werkzeug.

Für alle, die jetzt meinen, ein Corporate Blog könne sich auf keinen Fall lohne, hier noch weitere Pro-Argumente ein Blog in 2019 anzufangen:

  • Blog vermittelt ein bestimmtes Image für das Unternehmen (steigert Markenbekanntheit),
  • Blog zeigt unterschwellig eine klare Positionierung (Firma, Dienstleistung oder ein Produkt) auf dem Markt,
  • Blog erreicht neue Zielgruppen,
  • Blog bringt mehr Traffic zur Website,
  • Blog bringt die Zielgruppe näher und regt zum Dialog an,
  • Blog steigert Markentreue,
  • Blog zeigt Offenheit des Unternehmens.


Zusammenfassend ist der Corporate Blog ein Marathon. Bevor man ihn antritt, müssen die Strecke, die Mitbewerber, aber auch die eigene Kondition betrachtet werden. Es kommt darauf an, welche Ziele man sich setzt, wie die Ressourcen aussehen und wie die Situation in diesem Bereich ist; ob es ein Defizit an Informationen gibt, was die Wettbewerber machen und ob die Kunden an dieser Art von Quelle interessiert sind. Es ist aber nicht die Zeit für Experimente. Es muss von Anfang an klar sein, welcher Weg welche Ergebnisse liefern soll.

 3 Beispiele für erfolgreiche Corporate-Blogs

 

HUBSPOT

Dieser Blog ist das beste Beispiel für Content-Marketing. Das Team von HUBSPOT hat die schwierigste Zielgruppe: die Marketing-Leute selbst. Sie berichten über Content-Marketing und Inbound-Marketing und vermarkten eigene Lösungen: https://blog.hubspot.com

PWC

Der Blog behandelt aktuelle Themen der Bankenregulierung und wurde zu einer guten Adresse für regulatorische Fragen. https://blogs.pwc.de/regulatory/

CMO

CMO von ADOBE – Wie der Titel sagt, ist die Zielgruppe Chief Marketing Officers. Im Blog sind interessante Interviews, Videos und Beiträge zu aktuellen Marketing-Themen: http://www.cmo.com

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