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Wird Aura bald Facebook ersetzen?


Nach der Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz des russischen Internets hat Yandex ein neues soziales Netzwerk herausgebracht. Der Start selbst war sehr leise gestaltet und könnte fast unbemerkbar bleiben. Yandex setzte nur auf Mundpropaganda, Eitelkeit und Angebotsknappheit. Und das hat funktioniert. Die einzige Frage, die seit Tagen in allen Netzwerken auftaucht, lautet: Wer hat eine Einladung zur Aura?

Was ist AURA von Yandex?

Aura ist laut eigener Pressemitteilung „ein sozialer Dienst, der auf maschinellem Lernen, neuronalen Netzwerken und anderen Technologien basierend, Menschen mit ähnlichen Interessen in der unmittelbaren Umgebung findet.“ Außerdem wird eine Besonderheit von Aura herausgestellt: „Ein Benutzer kann einer Gruppe beitreten, Beiträge erstellen und sie dabei nicht nur auf einen begrenzten Kreis seiner Abonnenten, sondern auf eine ausgewählte Zielgruppe ausrichten.“ Somit ist Aura ein soziales Netzwerk, das sich auf die Interessen und den Aufenthaltsort der Benutzer ausrichtet und nicht auf die bestehenden Kontakte wie bei Facebook. Aura ist also eher eine Art von Tinder – nur biederer. Sogar das Bewerten von Posts wird wie bei Tinder durch Swypen nach links oder rechts gehandhabt. 

Warum braucht Yandex ein Soziales Netzwerk?

Yandex ist in osteuropäischen Ländern sehr populär und die Suchmaschine hat in einigen Regionen einen deutlich größeren Marktanteil als Google. Yandex ist selbstverständlich nicht nur eine Suchmaschine. Yandex bietet verschiedene Dienste an, die sehr tief in die persönlichen Daten der Nutzer hineingreifen. 

Mit der Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz des russischen Internets hat Yandex das Potenzial noch viel größer zu werden. Dafür will es bessere Methoden zur gezielten Werbung schaffen. Als erstes wird eine bessere Datengrundlage für das Targeting benötigt (was im osteuropäischen Marketing deutlich mehr benutzt wird als im westeuropäischen). Deswegen sucht Yandex nach einer Möglichkeit, nicht nur Informationen von Nutzern zu erhalten, sondern diese auch mit deren Interessenprofil zu verbinden. Die Lösung ist ein soziales Netzwerk – AURA.

Aus diesem Grund lässt Aura zur Registrierung und Einladung nur die E-Mail von Yandex zu. Damit werden die eigenen persönlichen Daten, die man schon in den anderen Yandex-Diensten hinterlassen hat, mit dem Interessenprofil verbunden. Diese Verbindung schafft somit ein einzigartiges Profil eines jeden einzelnen Nutzers.

Ein weiterer Vorteil für Yandex: Diejenigen, die kein Account hatten, bringt Yandex weitere Dienste näher, da man die Funktionen des Netzwerks nur über die allgemeine Yandex-App nutzen kann. 

Die Entwicklung eines neuen sozialen Netzwerks war also ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung einer verbesserten Datengrundlage für ein besseres Targeting – von dem Yandex und Werbetreibende profitieren werden. 

Was sagen die Nutzer?

Damit ein soziales Netzwerk funktioniert muss es aber selbstverständlich erstmal den Nutzern gefallen. Die häufigste Reaktion ist momentan aber noch ein zurückhaltendes „nicht schlecht, aber ich schaue mir das erst noch weiter an“.

Die Launch-Strategie war durchaus gut geplant gewesen: Keiner, der lange in der Schlange gestanden hat, nach Möglichkeiten des Zugangs gesucht und gefragt hat und endlich zu den wenigen Auserwählten gehört, die in das neue Netzwerk aufgenommen wurden, wird den Dienst jetzt kritisieren. Besonders, wenn er jetzt auch noch die knappen Einladungen vergeben darf. Es wird also wenig Kritik zu hören sein. Möchten wir zusammen Aura anschauen? 

Was kann Aura?

Als Erstes muss man einen neuen E-Mail-Account bei Yandex anlegen, sich eine Einladung besorgen und den Registrierungsprozess starten. Dafür muss die Yandex-App auf das Smartphone heruntergeladen werden.

Die Registrierung stellt schon die erste Herausforderung dar. Man muss ein Photo mit gut erkennbaren Gesichtszügen zur Hand haben – eine schlechte Nachrichten für Nutzer von Face-Tune-Apps oder Katzenliebhaber. Alle Photos, auf denen das menschliche Gesicht nicht gut zu erkennen sei, werden nicht zugelassen. Aber auch die Photos von bekannten Menschen, die online schon existieren, werden nicht zugelassen. Es sei denn, sie können beweisen, dass sie wirklich Gwyneth Paltrow sind.

Nach der Registrierung kann der Nutzer

  • neue Posts erstellen (dabei eine Hintergrundfarbe auswählen, Fotos und Bilder hochladen, und  ein Text bis  zu 2220 Zeichen schreiben), 
  • Personen in der Nähe mit ähnlichen Interessen suchen (durch die Funktion smart-matching),
  • Gruppen beitreten und selbst eine erstellen, 
  • Benachrichtigungen für bestimmte Ereignisse einschaltet,
  • Beiträge von anderen Nutzer bewerten (durch swypen nach links oder rechts)
  • Chatrooms besuchen und private Charts erstellen und
  • Zielgruppen spezifisch für eigene Posts auswählen.

Diese letzte Funktion wird auch von Yandex selbst hervorgehoben und man stellt sich sofort eine Maske mit verschiedenen Targetingoptionen vor. Nein, falsch. Es handelt sich nur um zwei Kriterien: Geschlecht und Aufenthaltsort. Wieder wie Tinder nur ohne Angabe der Orientierung. Diese Funktion kann damit zwar für kleine regionale Geschäfte interessant sein. Für größere Unternehmen und professionellere Marketingkampagnen müssen wiederum die kostenpflichtigen Werbefunktionen genutzt werden. Hier gibt es also keinen Unterschied zu facebook.

Die Interessen und den Aufenthaltsort einer Person als Grundlage für ein soziales Netzwerk zu nehmen, klingt erstmal sehr verlockend. Haben Sie nicht manchmal das Gefühl in einer Blase der eigenen Interessen zu leben? Seitdem Facebook erfahren hat, dass ich mich für Marketing interessiere, geht es in meinem Newsfeed nur noch darum und nur meine Freunde bringen ein wenig frische Luft rein. Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch ein soziales Netzwerk für Marketing brauche. Was meinen Sie? Schreiben Sie mir in den Kommentaren.

Also, ist es das nächste Facebook?

Sie sehen, es gibt keine große Überraschungen hinter diesem geheimnisvollen Netzwerk. Es war ein notwendiger Schritt seitens Yandex und das Marketing im Vorfeld wurde auch bestens durchgeführt. Mit der Betonung, es handele sich um eine Beta-Version, hat sich Yandex darüber hinaus vor Kritik geschützt. Wenn Aura von den Nutzern nicht akzeptiert wird, dann ist es nicht schlimm. Es war ja nur eine Beta-Version, ein Versuch. Bis dahin wurden aber schon die persönlichen Daten mit den Interessen verknüpft.

Diese Verknüpfung wird Yandex aber nicht reichen, um größer zu werden. Was es braucht ist kontinuierliche Aktivität der Nutzer und dafür muss es sorgen. Es werden bestimmt bald neue Funktionen und interessanter Content entwickelt, damit die Nutzer in dem Netzwerk (aktiv) bleiben.

Was möchten Sie noch über Yandex und Aura erfahren? Schreiben Sie mir in den Kommentaren.

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